Der Briefstil in der Kirchenpflege


Es kommt gar nicht so selten vor, dass sich die Kirchenpflegen im Schriftverkehr mit Gemeindegliedern oder kirchlichen und außerkirchlichen Behörden bewähren müssen. Damit das Schreiben leicht von der Hand geht und wenig Zeit auf der Strecke bleibt, wegen missverständlicher Formulierungen, möchten wir Ihnen heute einige Regeln des guten Briefstils vorstellen.

 

  1. Vernünftig denken ist die wichtigste Bedingung des rechten Schreibens
    Nehmen Sie sich diesen Ausspruch zu Herzen, er erspart Ihrer Umwelt ungeheuer viel. Vor dem ersten Federstrich sollte die unerbittliche Frage stehen: Was will ich dem Leser eigentlich mitteilen. Umgekehrt ist man auch in der Kirchenpflege dankbar für jede leere Seite der Protokolle oder Erlässe des Oberkirchenrats, die so zahlreich auf den Schreibtischen landen.

  2. Man kann sich auf Goethe berufen, wenn man sagt: Schreibe wie Du redest, so schreibst Du schön!

  3. Die gesprochene Sprache lässt uns weniger Zeit zum Überlegen, Ordnen und Sortieren als die Schriftsprache. Man verbrennt sich dann zwar manchmal den Mund, aber das ist der Preis für die Lebendigkeit und Natürlichkeit der gesprochenen Sprache.
  4. Schreiben Sie lebendig!

  5. Die gesprochene Sprache fesselt uns, weil sie anschaulich und griffig ist und sie Perspektive und Farbe hat. Wer seinen Leser erreichen will, muss daher in dessen Vorstellungsfeld eindringen. Wenn Sie einen abstrakten Sachverhalt mitzuteilen haben, verwenden Sie Bilder, Vergleiche und anschauliche Beispiele, um diese fassen und begreifen zu können.

  6. Schreiben Sie vor allem auch kurz: Kraftvolle Sprache ist kurz und bündig.

  7. Verwenden Sie beim Schreiben immer die Ich-Form. Das "Wir" ist ein überkommener Zopf, der eine unpersönliche Distanz und Objektivität vortäuschen soll.

  8. Wenn Sie einen Brief verfassen, wünschen Sie sich nicht nur, dass Ihr Leser ihn versteht, sondern Sie möchten auch, dass dieser das Geschriebene eine Zeitlang behält. Ein Stoff oder Text, der gut geordnet, gegliedert und strukturiert ist, bleibt leichter im Gedächtnis. Sparen Sie daher nicht mit Abschnitten, Absätzen und Überschriften.

  9. Zu guter Letzt gilt noch die Empfehlung:
    Schreiben Sie deutsch! Mindestens jedes zweite Fremdwort ist überflüssig, ja sogar störend. Suchen Sie lieber nach einem passenden deutschen Wort. Es gibt nichts, was sich in unserer blühenden Muttersprache nicht klar und schön ausdrücken ließe.

Zusammenfassend lässt sich alles unter die Maxime bringen:
Was Du auch schreibst, schreibe mit Verstand und denke an den Leser
(frei nach Sirach 7, Vers 40).